Thema des Monats

« Fordern »

Die semantische Verrohung nimmt komischerweise – trotz eines bedeutungsmäßigen Aufschwungs der internen und externen Kommunikation – permanent zu.

Heutzutage fordern die Gewerkschaften, fordert die Opposition, fordert Brüssel, ja selbst Trump fordert…

Hier ist nicht das „Fordern und Fördern“ im Sinne einer Development-HR-Strategie gemeint, sondern vielmehr die Platzierung einer vermeintlich berechtigen Forderung, wobei impliziert wird, daß mindestens der Forderungsinhalt einem sowieso und in völlig berechtigter Weise zusteht. Oft wird gefordert, wo ein Vorschlag, die Unterbreitung eines Kompromisses, die Definition einer Verhandlungsbasis, eine einfache Bitte besser am Platz wäre, wo eine konstruktive Basis für ein Gespräch / für eine Diskussion geschaffen wird.

Oft wird eine Forderung mit einer versteckten oder offenen Drohung verbunden und die Gesprächsatmosphäre sofort verdorben. Ist das / war das denn eigentlich notwendig?

Könnte man nicht mehr erreichen, wenn man nicht mit einer brutal wirkenden Forderung, sondern mit einem konstruktiven Vorschlag in die Diskussion einsteigt?

Es lohnt sich nachzudenken!

Oktober 2018


Der Begriff der „political correctness“ ist in aller Munde und hilft dem Bürger, sich politisch korrekt, sprich unangreifbar zu verhalten: Man braucht nicht lange nachzudenken, ob eine Denkrichtung richtig oder verkehrt ist, ob ein Denkansatz gut oder falsch ist, ob eine Aussage treffend oder gefährlich ist – das gesunde Volksempfinden ist so geprägt und (vor-)geeicht, daß die „Allgemeinheit“ weiß, was man sagen und äußern darf und was nicht.

Die „political correctness“ ist so eine Art Gewissen, welches vorschreibt, was gedacht werden darf, was in einen Gedanken gefasst werden darf und was nicht. Es ist eigentlich ganz einfach: Bevor eine Meinung definiert und geäußert wird, muss gemäß dem Volksempfinden überprüft werden, ob ein solcher Gedanke politisch gesehen richtig oder falsch ist.

Und wer legt fest, was politisch korrekt oder inkorrekt ist? Die Politik, der Staat, das Volksempfinden definiert für den einzelnen Bürger, was man denken, was man äußern darf und was nicht.

Mit dem „Maulkorb der political correctness“ wird eine heilsame Diskussion, eine gesunde Auseinandersetzung verhindert, ja dem denkenden Bürger ein „Gedanken-Stoppschild“ aufoktroyiert.

Jetzt fragt man sich, was ist schlimmer: Das eigenständige Denken zu verbieten oder einen Denkansatz zu äußern, der eventuell klärungsbedürftig ist?

September 2018
(speed of transformation)
Sehr gerne werden in einem schnelllebigen Umfeld Begriffe kreiert, die einen „Schlagwort-Charakter“ erhalten, da sie gebraucht werden, um eine Empfindung, eine Beurteilung, eine Einstellung generell zum Ausdruck zu bringen: Buzz (engl.) steht im Deutschen für Summen, wobei heutige Buzz-Words beispielsweise Transparenz, Digital, Home-Arbeitsplatz, Compliance, Gender, etc. sind.

Interessant ist, daß ein Buzz-Word relativ schnell ein Eigenleben entwickelt und derjenige, der ein solches Buzz-Word gebraucht, damit als „unangreifbar“ wird und in der Konsequenz die jeweilige Aussage als „richtig“ beurteilt wird: Dies allein schon deswegen, da das Wort „in aller Munde“ ist.

Wenn dem so stimmt, sind Buzz-Words also richtig und das Gegenteil der Buzz-Words müsste dementsprechend falsch sein:
Digital Analog = falsch?
Home-Arbeitsplatz Unternehmens-Arbeitsplatz = falsch?
Verschlußsachen Transparenz = falsch?
Offensichtlich ist dieser Gedankengang zu kurz gesprungen, nämlich insbesondere dann, wenn eine extreme Meinung geäußert wird, gibt es automatisch eine extreme Deutung der Äußerung, die wiederum dann problematisch sein kann.

Sind also Schlagwörter, die der Kommunikationsgeschwindigkeit helfen, falsch? Zumindest ist mit der Verwendung von Buzz-Word sehr vorsichtig umzugehen, da „Rom auch nicht an einem Tage“ erbaut wurde. Hätte man versucht, Rom an einem Tag zu bauen, wäre es nicht fertig geworden bzw. weniger als die Hälfte der ewigen Stadt wäre erbaut worden.

Gerne wird mit Buzz-Words die Schwarmintelligenz in Verbindung gebracht – auch ein gefährlicher Denkansatz, da nicht immer die mehrheitliche Meinung die richtige sein muss.

August 2018
Dem HANDELSBLATT war es eine dicke Schlagzeile wert zu der Aussage zu kommen, daß

  • die Persönlichkeit des jeweiligen CEO
  • der Typus des Analysten

  • die Aktienprognose in ihrem Urteil beeinflussen.

    Was ist daran so neu?

    Die Wirtschaft setzt sich aus Unternehmen, aus Anlegern, aus Mitarbeitern, aus Manager, aus Kapital, aus Betriebsmitteln zusammen. Schon Gutenberg (der bekannte Kölner Wirtschaftsprofessor) wusste davon, daß letztlich Menschen das Handeln und die darauffolgende Reaktion beeinflussen.

    Die Persönlichkeit eines CEOs ist heute wichtiger, denn je. Insbesondere dann, wenn ein CEO über eine starke überzeugende Persönlichkeit verfügt, ist er in der Lage, im Unternehmen einen Quantensprung zu bewegen. Gute Beispiele dafür gibt es zuhauf.

    Die Persönlichkeit des Analysten ist mindestens ebenso wichtig, wie die des CEO’s: Nur solchen Analysten wird Einblick in das unternehmensinterne Zahlenmaterial gewährt und nur auf solche Analysten wird gehört, die kompetent und vertrauenswürdig sind und eine fundierte und unabhängige Meinung von sich geben.

    Der gemeinsame Nenner eines erfolgreichen CEOs und des erfolgreichen Analysten ist die Persönlichkeit: Hier wird kein weichgespülter, stromlinienförmiger Manager gefordert, der sein Fähnchen nach dem Wind richtet – sondern viel mehr jemand, der authentisch und selbstbewusst auftritt, ein Manager, der sich durchaus gegen die herrschende Meinung ausspricht, der sich durchaus zurücknehmen und gleichzeitig zuhören kann – kurz ein Manager, den man „anfassen“ kann.

    Juli 2018
    Jeder, der sich mit dem Thema „künstliche Intelligenz“ (KI) beschäftigt, weiß, daß Algorithmen „im Spiel“ sind. Diese Algorithmen fassen nicht nur die historischen Ereignisse in Gestalt komplexer Datensätze zusammen, sondern geben auch Auskunft darüber, mit welcher Wahrscheinlichkeit bestimmte Ereignisse eintreten werden.

    Ob man dies rein datenschutzrechtlich „in den Griff“ bekommt oder nicht, ist eigentlich unerheblich, da die Diskussion um die KI derzeit eher emotionale Formen angenommen hat:

    Sind es die berühmten Geister von Goethe, „…die ich rief und nimmer loswerde“ (der Zauberlehrling)?

    Der Hintergrund für dieses Unwohlsein besteht ganz simpel darin, daß KI beginnt, ein Eigenleben in bestimmten Grenzen zu führen, wobei die Zukunft der Daten, die Zukunft der Datenanalyse, die Zukunft der zukunftsorientierten Aussagen nicht klar determinierbar sind, sondern eher eine Funktion dessen darstellen, wie ich die Daten eingebe und mit welchen Prämissen ich diese Daten verarbeiten lasse.

    Um dem Unwohlsein der Bürger entgegenzuwirken, gibt es nun den Ansatz dafür zu sorgen, daß die Algorithmen „fair entscheiden“ sollen – was immer das heißt.

    Sicherlich ist damit gemeint, daß KI sich in bestimmten werthaltigen (ethischen) Grenzen aufhalten muss, um so überhaupt eine Chance zu erhalten, kritikfrei akzeptiert zu werden. Doch was heißt in dem Fall die Forderung an KI, eine faire Entscheidung herbeizuführen?

    Der Punkt ist doch der, daß KI dann bereits schon die Daten so verarbeitet hat, daß eine Entscheidung gefällt wird, aber ex-post eine gefällte Entscheidung eventuell redigiert werden soll.

    Eine äußerst fragwürdige Vorgehensweise, die an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten ist.

    Juni 2018
    Wer glaubt, daß deutsche Unternehmen bei der Digitalisierung „den Zug verpasst“ haben, sieht sich getäuscht: Selbst auf dem „C-Level“ hatte der CDO d.h. der „Chief Digital Officer“ Einzug gehalten und den traditionellen CIO, d.h. „Chief Information Officer“ abgelöst.

    In mehrfacher Hinsicht ist dies eine einmalige Chance für die Unternehmen: Einerseits wird der Trend aufgenommen, sich mit der Digitalisierungsproblematik kompetent und strategisch auseinanderzusetzen, andererseits ist dies wiederum eine Gelegenheit, u.a. die Gender-Problematik, die Altersstruktur in einem Unternehmen anzugehen.

    Jedoch ist bei dem Unternehmen zu beachten, daß das Thema Digitalisierung im Aufsichtsratsgremium ebenfalls ihren kompetenten Niederschlag finden muss: Mindestens ein Aufsichtsrats- / Beiratsmitglied sollte Digitalisierungserfahrungen gewonnen haben – eine Forderung, die nur schwer erfüllbar ist / sein wird.

    Soll der Aufsichtsrat seine Rolle nicht nur als Überwachungsorgan des operativ-ausgerichteten Vorstands bzw. der Geschäftsführung interpretieren, sondern seine Aufgabe darin sehen, daß Managementgremium strategisch ausgerichtet vor sich herzutreiben, dann gibt es auf der Aufsichts- / Beiratsebene einen großen Nachholbedarf.

    Mai 2018
    Es ist schon dramatisch zu sehen, welchen Einfluss die digitale Transformation auf die Arbeit der HR hat: Es ist nicht nur wichtig, bestehende Mitarbeiter für das jeweilige Unternehmen zu halten (Retention, Talent Management), sondern auch solche Mitarbeiter zu gewinnen (Search, Talent Acquisition), die die Zukunft des jeweiligen Unternehmens mitbestimmen und mittragen.

    Und es kommt immer wieder vor, daß Vorgesetzte, Kollegen, bestehende Mitarbeiter, interessierte Bewerber nach Stellenbeschreibungen für die jeweilige Aufgabe fragen. Und jetzt kommt das Problem: Die bestehenden Stellenbeschreibungen sind alle überaltert, da sie mindestens 2-3, wenn nicht 4-5 Jahre alt sind – doch die Zeit hat sich mittlerweile verändert, das Umfeld ist ein vollkommen anderes geworden und bei den Job-Descriptions fehlt eindeutig die künftige Perspektive, die Erwartungshaltung, die an den künftigen Stelleninhaber gestellt wird.

    Der große Unterschied zwischen den Positionsprofilen „von gestern“ und den Positionsprofilen „von morgen“ besteht ganz simpel darin, daß bei den neuen Stellenbeschreibungen die künftige Erwartungshaltung an den jeweiligen Stelleninhaber klar definiert sein muss: Was erwartet man von ihm/ihr? Welche Aufgabe verlangt man von ihm/ihr? Welche Aufgabenstellung soll er/sie lösen? In welchem Umfeld soll er/sie tätig sein? Wie sieht das gewünschte Ergebnis aus?

    Die Gültigkeit einer Stellenbeschreibung ist von mindestens 5 bis 10 Jahren mit einem Mal auf einen Zeitraum von 6 Monaten bis 1 Jahr reduziert.

    Der „Faktor Zukunft“ fordert ein radikales Andersdenken der HR…

    April 2018
    Es ist schon irgendwie komisch: Einerseits wird ein neues Produkt bzw. eine innovative Dienstleistung hoch in den Himmel gelobt - andererseits wird das gleiche Produkt, die gleiche Dienstleistung zerrissen…

    Ist ein Start-up in der Lage, eine neue Dienstleistung (oder ein Produkt) zu präsentieren, die das Leben einfacher macht, die einen stark-innovativen Charakter hat, wird das entsprechend dahinterstehende Unternehmen in den Himmel gelobt, gekürt und mit Beifall bedacht. Und derjenige Wettbewerber, dem solche innovativen Schritte nicht gelungen sind, schaut ein wenig neidisch auf die tolle Entwicklung...

    Stellt man jedoch später fest, daß exakt die gleichen Dienstleistungen / Produkte von Hackern für Cyberangriffe missbraucht werden können bzw. missbraucht werden, fragt man sich: Wozu braucht man diese „Helferlein“ eigentlich? Ist es das wert, daß man letztlich das Ziel von Angriffen wird, wo man ja eigentlich etwas Gutes bewirken wollte…

    Leider sind dies die beiden Seiten der ein und derselben Medaille…

    März 2018
    Das kommende Jahr wird kein leichtes – dies vor allem vor dem Hintergrund, daß 2017 bereits schon ein gutes Jahr war, aber die internationalen Märkte (insbesondere USA) mehr Aufmerksamkeit bedeuten. Hier muss die Politik Daten heranschaffen, um insbesondere neue Märkte so zu regulieren, daß hier kein „Kannibalismus“ stattfinden kann.

    Für das einzelne Unternehmen ist es wichtig, daß das Top-Management verantwortungsvolles Handeln dokumentiert und tagtäglich lebt. Virulente Veränderungen finden auf dem Gebiet der Kommunikationsstrukturen statt getrieben durch Digitalisierung und Industrie 4.0.

    Die latent bestehenden Ängste der Mitarbeiter (auf fast allen Ebenen) ist durch ein entsprechendes Aus- und Weiterbildungspaket Rechnung zu tragen, da alte, gewohnte Tätigkeiten wegfallen werden und neue Herausforderungen an den jeweiligen Mitarbeiter gestellt werden.

    Insbesondere zu beachten ist in diesem Zusammenhang die Geschwindigkeit des Wandels, mit der neue Prozesse, Strukturen geschaffen werden und ablaufen.

    Ein ruhiges Jahr wird 2018 garantiert nicht…

    Februar 2018
    Für Unternehmen mit einer mehr als 25-jährigen Historie ist es nicht ganz einfach, die interne DNA eines Unternehmens, sprich die Unternehmenskultur zu fixieren. Im Falle der TMC ist es jedoch möglich, die drei wichtigsten Erfolgskomponenten wie folgt zu bestimmen:

    • Die TMC erwartet, daß jeder Berater ein hohes Maß an Beratungsqualität erbringt und diese dem jeweiligen Mandanten gegenüber auch präsentieren und „dokumentieren“ kann
    • Ein weiteres Kriterium im Rahmen der durchstrukturierten Personaldienstleistung „Executive Search“ besteht darin, daß man stets offen für Innovationen ist – sprich innovative Ideen, neue Ansätze verfolgt und die Bereitschaft etwas zu wagen
    • Last but not least und an dritter Stelle steht das Motto der TMC nämlich „simplicity is power“: selbst komplexe Beratungsansätze sollten einfach und nachvollziehbar dargestellt werden
    Somit besteht das Ziel der TMC darin Transparenz in die Beratungsdienstleistung zu bringen und diese dem Mandanten gegenüber offen zu kommunizieren.

    Januar 2018

    Das Verhalten, die Handlungsweise von Führungskräften steht unter permanenter unternehmensinterner und –externer Beobachtung: Ein (Nicht-)Agieren ist stets geprägt von der eigenen Persönlichkeit, wobei sich die Handlungsweise des Managers davon differenzieren kann, ob er sich gerade in einem privaten oder in einem beruflichen Umfeld bewegt.

    Berechenbarer und ehrlicher jedoch ist derjenige Manager, der aufgrund seiner definierten und gelebten Werteskala einschätzbar ist – und das hilft beiden Seiten:

    Der Manager braucht sich nicht zu „verbiegen“ und fällt keine politisch gefärbten Entscheidungen. Er ist mit sich selbst im Reinen und verfolgt eine klare Linie.

    Das Umfeld des Managers ist nicht überrascht von seiner geäußerten Meinung, seiner Handlungsweise und man kann die (Re)Aktion des jeweiligen Managers in gewissen Grenzen vorhersagen. Er ist somit im Positiven wie im Negativen berechenbar und wird letztlich als konsequent berechenbar beurteilt.

    Die Authentizität hilft somit beiden Akteuren gerade in Zeiten permanenter Veränderungen – eine eindeutige, klare und berechenbare Kommunikation ist heutzutage wichtiger denn je.

    Man muss eben nicht jedem neuen Trend nachjagen, um als aufgeschlossener und moderner Manager zu gelten.

    Dezember 2017
    Offensichtlich ist dem Schriftsteller Frank Schätzing mit dem Buch, „Der Schwarm“ ein Schriftwerk gelungen, das in Deutschland eine beachtenswerte Resonanz erfuhr.

    Auf dem Gebiet der IT gibt es nunmehr neue Wortschöpfungen, die sich mit Schwarmintelligenz, Schwarmkredit, etc. auseinandersetzen – alle mit dem gleichen Ziel: Wenn viele Menschen der Meinung sind, daß eine Einstellung richtig oder falsch ist, dann können sich so viele nicht irren: Gerade die Aussage der Schwarmintelligenz beruht darauf, daß viele Menschen intelligenter sind als die Meinung Einzelner, wobei es natürlich „bequem“ ist, sich der Meinung Anderer anzuschließen. Gerade den Deutschen ist das Phänomen „Herdentrieb“ aus der geschichtlichen Entwicklung mehr als präsent, wobei sich jedoch ex-post herausgestellt hat, daß auch ein Schwarm irren kann. Zwar wird gerne von der Weisheit gesprochen, da man meistens gemeinsam schlauer ist … doch hat der Schwarm die Weisheit gepachtet?

    Allein das Faktum, daß nicht alle Menschen dieselben Informationen gleich beurteilen, sollte uns an der Schwarmintelligenz zum nachdenken bringen – leider ist das „Richtige“ nicht immer das „Leichtere“.

    November 2017
    Eines hat die neue Generation gelernt: zu diskutieren, Einwände zu definieren, Bedenken vorzutragen, das Thema von verschiedenen Seiten zu beleuchten bis der Problemkern so kompliziert, so vernebelt, so gefährlich, so unberechenbar erscheint, daß das Thema begraben wird. Doch ist damit das anhängige Problem gelöst? Nein, denn viel mehr sind die Diskutanten nicht einen Schritt in Richtung Problemlösung weitergekommen. Stattdessen wurde in unqualifizierter Art und Weise „Stimmung“ gegen die Problemlösung vorgetragen.

    Meist geschieht dies durch eine undisziplinierte Art der Diskussionsführung, jeder will etwas zum Thema beitragen und das höchste Maß an Aufmerksamkeit erhält derjenige, der das Problem nicht „vereinfacht“ („das kann ja jeder“) sondern derjenige, der als „Ober-Reichs-Bedenken-Träger“ unrealistische, aber dennoch mögliche Szenarien definiert, die das Problem verkomplizieren und einen einfachen Lösungsansatz als „lächerlich-simpel“ disqualifizieren.

    Die Problemlösung dieser Art der Diskussion liegt darin, die Einwände, die Bedenken kritisch abzuwägen, zu beurteilen und auf Umsetzungsfähigkeit einzuschätzen. Oder einfach ausgedrückt: „Wer viel redet sagt zwangsläufig nicht immer viel“ oder wie der Lateiner sagt: si tacuisses – Wenn Du doch geschwiegen hättest.

    Oktober 2017
    Immer dann, wenn die Planzahlen des Vertriebs – also die künftigen Absatzzahlen – diskutiert werden, hört man oft die gleichen Argumente: ich kann doch nicht in die Zukunft schauen, ich kenne den Markt nicht, ich habe keine Glaskugel, ich weiß doch nicht, was passieren wird …

    Dennoch sind die Planzahlen ein wichtiges Indiz in Richtung Markteinschätzung, Trends und reflektieren den Stand der Verhandlungen mit Kunden, geben letztlich einen Einblick in die kaufmännische Beurteilungsreife des jeweiligen Vertrieblers. Dementsprechend können sich die festgelegten Planzahlen im Nachhinein als zu optimistisch, als durchaus realistisch oder als zu pessimistisch zeigen.

    Interessant ist der Vergleich von Planzahlen zu den realisierten Zahlen, wo wiederum Argumente zu hören sind, wie: woher sollte ich das wissen, bin ich ein Prophet, ich hatte eben keine Vorstellung von der tatsächlichen Entwicklung, etc...

    Interessant in diesem Zusammenhang ist das Verhalten der erfahrenen Vertriebler, die mit dem Ansatz der „self-fulfilling prophecy“ arbeiten und stets mit einem „Realisierungsabschlag“ von ca. 25% in die Zahlendiskussion gehen. Diese Zahlen werden so in der Eintrittswahrscheinlichkeit und in der Höhe definiert, daß die Realisierung der Planzahlen fast immer eintreten – zur Freude des Vorgesetzten und zur eigenen Bestätigung.

    September 2017
    Die Zeiten für die Angestellten, die tagtägliche Arbeit werden sich im Vergleich von „heute“ zu „morgen“ dramatisch verändern. Heutzutage ist es notwendig, Verantwortung zu übernehmen und es wird um die Bedeutung der Projektverantwortung gerungen. Morgen wird es keine Diskussion mehr darüber geben, ob ein Manager bereit ist, Verantwortung für „sein Projekt“ zu übernehmen. Es wird schlichtweg erwartet.

    Das Problem, das die Manager mit der Übernahme der Verantwortung haben, besteht darin, daß heutzutage von einer Vollständigkeit des Datenkranzes (maximale Information) überhaupt gar nicht mehr die Rede sein kann. Vielmehr kann man als Manager froh sein, wenn man den (derzeit) optimalen Datenkranz definieren kann.

    War es früher und heute möglich, noch kontinuierlich zu arbeiten, wird die derzeitige Arbeit morgen durch ein kontinuierliches Projektmanagement seitens der Manager abgelöst: Die Projekte sind nie mehr funktional limitiert bzw. eindimensional sondern multifunktional und beinhalten leider „high-risk-Entscheidungen“ – was dazu führt, daß die künftige Verantwortung der Manager unberechenbarer und komplexer wird.

    August 2017
    Wer glaubt, daß das Aufgabengebiet eines „Geschäftsführers heutzutage“ mit dem eines „Geschäftsführers gestern“ gleichgeblieben ist, irrt sich gewaltig:

    Eines der wichtigsten Probleme ist, daß die Zahlenverlässlichkeit sowohl bei der Planung als auch bei der Ist-Berechnung des externen Datenkranzes nicht mehr in dem Maße gegeben ist, wie es früher der Fall war. Leider haben damit die Zahlenverlässlichkeit und die Zahlengläubigkeit dramatisch abgenommen, da sowohl die Geschäftsführer als auch die Manager mit einem anderen Maß an Sicherheit planen müssen als noch vor ein paar Jahren.

    Daß die Zeiten sich ändern sieht man auch an ganz einfachen Ansätzen, wie beispielsweise der Stellenbeschreibung: War früher die Stellenbeschreibung etwas gegebenes und fixes, etwas unumstößliches und etwas, an dem man sich ausrichten konnte bzw. musste ist die Stellenbeschreibung heutzutage nur noch ein Abbild der Vergangenheit. Die Bedeutung der künftigen Entwicklung, die Bedeutung der Manager, sich auf künftige Entwicklungen einzustellen und die individuelle Veränderungsbereitschaft haben heutzutage eine höhere Wertschätzung als noch vor ein paar Jahren.

    Ein anderer Ansatz sind die Projekte, die heutzutage ein hohes Maß an Relevanz haben, wobei Projektanfang und die Erwartungshaltung an das Projektende genau definiert sind. Sprachen wir früher von einem kontinuierlichen Prozess, sind heutzutage die Projekte disruptiv, granular und eindeutig zukunftsbezogen.

    Juli 2017
    Die semantische Kreativität der Politiker scheint keine Grenzen zu kennen: Man spricht nicht nur einfach von Fakten, sondern verfeinert, ja spezifiziert die Aussagen über die Qualität der Fakten durch die Verbindung mit entsprechenden Adjektiven:

    Die bekannten Fakten sind solche, die in der Vergangenheit (in der Realität) existiert haben und die inhaltlich, die historisch (eigentlich) nicht mehr in Frage gestellt werden.

    Daneben gibt es noch die realen Fakten, wobei der Wahrheitsgehalt der Fakten, also die Faktenqualität nicht angezweifelt wird. Das Problem besteht nun darin, daß es sich hierbei um eine individuelle und subjektive Meinungsäußerung handelt, die sich dennoch von Person zu Person inhaltlich unterscheiden kann.

    Um dieses Problem zu lösen, wurde der Begriff der alternativen Fakten geschaffen, der es erlaubt, je nach individuellem Standpunkt für sich ein Fakt zu beanspruchen und so es letztlich Jedem recht machen kann.

    Dementsprechend ist ein Fakt keine unumstößliche, allgemeinverbindliche Abbildung der Realität, sondern vielmehr – je nach Standpunkt, Interpretationsfähigkeit, Kreativität – etwas Unbestimmbares, ja mehr eine Idee, eine Vorstellung von der Realität.

    Hoch lebe die babylonische Sprachverwirrung!

    Juni 2017
    Nach wie vor sind US-amerikanische Unternehmen Trendsetter, wenn es um die Orientierung von Unternehmen geht. Der TMC Senior Partner, Herr Rainer V. Zimmek, war Teil einer Unternehmerreise organisiert durch die IHK DÜSSELDORF in enger Kooperation mit der AHK SAN FRANCISCO und machte die Beobachtung, daß es in amerikanischen Unternehmen den traditionellen Chief Information Officer (CIO) kaum mehr gibt. Rein historisch gesehen war der CIO der Nachfolger des EDV Direktors, der die Herrschaft über Hard- und Software hatte.

    Heutzutage gibt es in modernen Unternehmen den CDO d.h. den Chief Digital Officer, der für das Datenaufkommen, die Datenanalyse und die Dateninformation verantwortlich ist. Die Bedeutung der Hardware ist nur noch marginal d.h. nur noch Mittel zum Zweck. Wichtig ist vielmehr, was man mit den gesammelten, den verfügbaren Daten machen kann, welche Informationen man aus dem vorhandenen Datenmaterial ziehen kann.

    Mai 2017
    Ohne Prophet sein zu wollen: Der Impact der digitalen Revolution wird bedeutend dramatischer sein, als der der industriellen Revolution. Nicht nur Fertigungsabläufe und -verfahren werden sich verändern, ja ganze Denk- und Wertansätze, Begriffe wie Transparenz, Persönlichkeitsschutz, Ethik bekommen neue Inhalte und das Zusammenleben der Menschen in bestimmten Formen und Grenzen wird sich anders gestalten.

    Es ist schon beängstigend zu sehen, welche Durchschlagskraft die digitale Transformation in allen Bereichen hat – die Politik sich jedoch derzeit um die Zufriedenheit der Bürger kümmert und die Augen vor den Konsequenzen der digitalen Revolution verschließt. Durch Wegschauen und Negieren ist bislang noch kein Problem gelöst worden.

    Was ist zu tun? Es wäre hilfreich, wenn jeder funktionale Bereich, jede Branche für sich analysiert, welchen Einfluss die digitale Revolution für seinen/ihren Bereich haben kann und wird - dies allein schon deswegen, um ein Problembewusstsein zu schaffen. Die dann zu treffenden notwendigen Maßnahmen lassen sich danach (hoffentlich noch zeitig) ableiten und implementieren.

    April 2017
    Seit etlicher Zeit wird – insbesondere von US-amerikanischen Firmen – gefordert, daß Spitzenpositionen nicht mehr von „Managern“, sondern von „Leadern“ besetzt werden.

    Offensichtlich ist ein Leader eine qualitative Steigerung eines Managers – also sucht ein Unternehmen Führungspositionen nicht mehr mit einem kompetenten Manager zu besetzten, sondern durch eine Führungskraft, die Leadership repräsentiert und dementsprechend handelt.

    Neben den branchenmäßigen und funktionalen Erfahrungen wird demnach Wert auf die Persönlichkeit gelegt: die Ausstrahlung, die Garantie einen Changeprozess erfolgreich umzusetzen, die ausgeprägte Fähigkeit vermehrt mit soften Faktoren umzugehen, ein Unternehmen nach vorne zu treiben…

    Im politisch-korrekten Deutschland die entsprechende Übersetzung der Vokabel einen „leader“ zu gebrauchen, wäre wohl problematisch.

    Konsequenz: Im anglo-amerikanischen Raum wird für besonders anspruchsvolle Aufgaben ein „Leader“ gesucht, im deutschsprachigen Raum bleibt es eher bei dem Begriff „Manager“ – oder aber vielleicht ein „Super-Manager“ – um sich hinreichend von dem „normalen“ Manager zu differenzieren?

    März 2017
    Es ist schon seltsam: Auf der einen Seite beschäftigt der Staat eine Reihe an kompetenten Steuerfachleuten, die neue Steuerfälle erfassen, analysieren und die entsprechenden Steuergesetze definieren. Das Ziel des Finanzministerium besteht darin dafür zu sorgen, daß das Steueraufkommen stetig wächst.

    Auf der anderen Seite beschäftigt die Wirtschaft mindestens eine gleiche Anzahl an hoch kompetenten Steuerspezialisten, die die Steuergesetze daraufhin untersuchen, inwieweit es legale Schlupflöcher gibt, inwieweit es innovative Strukturen gibt, um eine Steuerminimierung der jeweiligen Unternehmen herbeizuführen.

    Somit besteht – ohne Übertreibung – ein Krieg zwischen der Steuergesetzgebung einerseits und den Steuererklärungen der betreffenden Unternehmen / Bürger andererseits.

    Dieser „Krieg der Steuern“ bekommt jedoch dadurch einen schlechten Beigeschmack, daß die Unternehmen sofort als „Steuersünder“ betitelt werden, wenn Sie eine Lücke in der Steuergesetzgebung entdeckt haben, die der Steuer-Gesetzgeber übersehen bzw. nicht beachtet hat.

    Februar 2017
    Die gute Nachricht: Man kann sich ja fast glücklich schätzen, wenn es die HR-Abteilung geschafft hat, die Stellenbeschreibungen für die wichtigsten Funktionsbereiche klar definiert und abgestimmt parat hat.

    Die schlechte Nachricht: Leider reicht das nicht! Herkömmliche Stellenbeschreibungen geben (detailliert) das wieder, was von dem künftigen Stelleninhaber gefordert wird, um in der bestehenden Position erfolgreich zu arbeiten. Doch ist dieser retrospektive Blick ausreichend? Natürlich ist es gut, wenn der neue Stelleninhaber „sein Kästchen“ kennt – jedoch ist die Erwartungshaltung des Unternehmens an den neuen Manager nicht (nie) die gleiche, wie an den alten Stelleninhaber. Das Unternehmen erwartet Impulse, neue Denk- und Sichtweisen – nicht, um den Leistungsdruck „zu erhöhen“, sondern da sich sowohl der externe als auch der interne Datenkranz verändert hat.

    Also ist es wichtig, nicht über den retrospektive Blick zu sprechen, sondern vielmehr über die prospektive Sehensweise – nicht über die Historie, sondern über die Zukunft zu reden – nicht über das, was war, sondern über das, was sein wird. Somit ist der Fokus auf die künftige Erwartungshaltung zu legen, die Vergangenheit kann man getrost vergessen.

    Januar 2017

    Welcher Manager kennt das nicht: die Marktkonstellation ändert sich wieder Mal aufgrund neuer Wettbewerber; die Distributionspolitik wird durch die e-Plattformen und durch höhere Vertriebskosten auf den Prüfstand gestellt; Ärger mit dem Middle-Management, da hier lustig rück-delegiert wird; Kommunikationsprobleme mit den Mitarbeitern, die einen Home-Arbeitsplatz haben; Termine werden zum 3. Mal verschoben und die Anzahl der zu lesenden und zu beantwortenden E-Mails steigt ständig…

    Ist es bei dem permanent steigenden Arbeitsdruck der Manager verwunderlich, wenn man nicht mehr alles exakt nachverfolgen kann, was eigentlich konsequent nachgehalten und kontrolliert werden müsste?

    Die Konsequenz: Termine verschieben sich – neuerdings werden jetzt schon einfache Telephongespräche terminlich abgesprochen und fixiert. Dann verlangt die „ Generation Y“ mehr persönliche Zeit für Erläuterungen, Erklärungen und mit dem Einfluß des Trend 4.0 auf das eigene Unternehmen hat man sich noch nicht beschäftigt – wo doch der Bei- beziehungsweise der Aufsichtsrat dieses Thema hoch auf die Agenda platziert hat. Gleichzeitig möchte man aber ein „Innovations-Treiber“ sein…

    Wie kommt man aus diesem Teufelskreis wieder heraus? Verantwortung delegieren und verantwortungsvolles Handeln einfordern!

    Dezember 2016
    Es gibt kaum ein Wort, das in der öffentlichen Meinung, in der Presse, in den Wirtschaftsjournalen so positiv-glorifizierend benutzt wird, wie der Begriff Start-up.

    Assoziiert werden mit dem Start-up automatisch Vokabeln wie Gründerstolz, Aufbruch, Innovation, Quantensprung, Macher, Unternehmer und schon zieren sich die Politiker mit solchen Personen, die Banken hofieren die Startups und die Unternehmen ermöglichen Gründerparks.

    Irgendwie scheint ein Start-up die „heilige Kuh“ zu sein, das Schlaraffenland, wo die jungen Gründer lässig posieren, sich feiern lassen und mit Skateboards durchs Büro rauschen. Anscheinend spielt Geld keine Rolle, sondern ausschließlich der Lustfaktor. Der Erfolg kommt sicher und scheint garantiert zu sein.

    Doch muss die Frage erlaubt sein, wieviel Start-ups überhaupt nachhaltig erfolgreich sind?

    Über die gescheiterten Startups wird nicht berichtet, über die zerstörten Träume, das verbrannte Geld und das damit verbundene Schicksal der nicht erfolgreichen Gründer wie z.B. Haftungs- und Reputationsschäden wird geschwiegen und dies einfach negiert.

    Wie war das nochmal: „The winner takes it all“ – jedoch eine einäugige Glorifizierung der Start-up-Gründer ist völlig fehl am Platz.

    November 2016
    Richtet sich ein Verkehrsteilnehmer nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung ist er ein Temposünder, hält sich ein Unternehmer nicht an den angedachten Betrag der zu zahlenden Steuern, ist er ein Steuersünder. Jeder Bürger, der sich nicht systemkonform verhält, wird als „Sünder“ abgestempelt und wird von der gesamten Bandbreite der gesetzlichen Härte belegt.

    Verfehlt hingegen der Staat sein Ziel und definiert ein Gesetz ungenau, handwerklich unsachgemäß, erlaubt durch eine „schlampige Arbeit“ Schlupflöcher, dann wird zunächst überprüft, eine Arbeitsgruppe gegründet und der Sachverhalt ein weiteres Mal analysiert. Natürlich werden die hier handelnden Personen nicht als „Sünder“ bezeichnet, vielmehr wird von einer „Nachbesserung“ gesprochen. Dies nach dem Motto: das Gesetz war nicht gut, jetzt muss es verbessert, sprich verändert werden.

    Also alles halb so schlimm, der Staat macht einen neuen gesetzmäßigen Anlauf in der Hoffnung, daß es dann besser wird.

    Ja ja, beim Staat wird bei einer Verfehlung Nachsicht geübt. Und beim Bürger?

    Oktober 2016
    Eigentlich hören sich beide obigen Begriffe ähnlich an: Der Bürger hat sich versündigt, indem er gegen bestehende Regeln und Gesetze verstoßen hat. Doch gibt es trotz der semantischen Ähnlichkeit gravierende Unterschiede bei den Vorgängen „Temposünder“ und „Steuersünder“:

    Bei dem Tempovergehen ist die Regel einfach und gilt für alle Verkehrsteilnehmer: In der Stadt gelten 50 km/h, auf der Landstraße max. 100 km/h und auf der Autobahn die vorgegebene Geschwindigkeit. Diese Regeln gelten für alle Verkehrsteilnehmer – ohne Ausnahme.

    Anders bei der Steuergesetzgebung: Typischerweise gibt es ein Gesetz, das „im Prinzip“ für alle gilt. Doch gilt bei der Steuergesetzgebung die „Ausnahme von der Ausnahme“ und die Reihe an Ausnahmen, an Sonderbestimmungen und –regeln ist so groß, daß man nur eine ungefähre Ahnung von dem jeweils geltenden Gesetz hat. Bei der Geschwindigkeit ist es einfach und eindeutig: Man darf 50km/h fahren und nicht 51 km/h oder 60 km/h – bei den Steuergesetzen gelten andere Regeln: Ganze Heerscharen von Steuerberatern beschäftigen sich mit den Gesetzen, um Ausnahmen und Schlupflöcher zu finden, die der Gesetzgeber bei der Definition des Steuersachverhaltes nicht bedacht hat.

    Somit findet ein Wettbewerb der Systeme statt: Auf der einen Seite will der Staat jedes Steuerschlupfloch verhindern, indem er komplizierte Regeln erlässt – jedoch gerade die Komplexität erlaubt es immer wieder, Schlupflöcher zu finden, um die Steuerzahlung zu minimieren oder gar zu vermeiden. Denn auf der anderen Seite sitzen jede Menge kluge Köpfe der Wirtschaft, die dafür bezahlt werden, die Steuerlast legal dadurch zu verringern, daß Interpretationsfreiräume gesucht und gefunden werden.

    War der Ansatz, die Steuerlast-Berechnung „auf einem Bierdeckel“ zu ermöglichen tatsächlich so verkehrt, daß er nicht umsetzbar ist?

    September 2016
    In der deutschen, in der europäischen und in der globalen Politik ist derzeit eine Menge los:

    Der Brexit, das TTIP Zollabkommen, der IS, „Säuberungsaktionen“ in der Türkei, Trump und der US Wahlkampf, Amokläufe, steigende Kriminalitätsrate… und da der Staat nur hilflos reagiert, sinkt das Vertrauen der Bürger in die Politik und der dort (re)agierende Politiker. Es scheint so zu sein, daß man sich in der Ursachenforschung ergeht, daß man beschwichtigt, daß man gelobt, es besser zu machen…

    Würde ein Unternehmen, - gleich wie groß oder klein - genauso geführt werden, wäre das Unternehmen ein Spielball des Wettbewerbs, wäre in kürzester Zeit insolvent und von der Bildfläche verschwunden. Daher gilt es, eine klare und kommunizierte Strategie zu haben, mutig Maßnahmen umzusetzen und pro-aktiv zu handeln. Nachahmer bleiben ex definition immer hinten dran, Zögerer verpassen Chancen und Unentschlossene wundern sich, daß sie überholt werden. Das heißt aber nicht, daß man als Unternehmer, als Manager die Augen vor dem Risiko verschließen sollte – man muss das Risiko kennen, einschätzen und permanent beobachten.

    August 2016
    Gleich, ob ein Mitarbeiter gekündigt hat oder ihm gekündigt wurde, stets werden sofort Fragen gestellt, wie: Warum?, Wo geht er / sie hin?, Ist da etwas vorgefallen?, Geht er / sie freiwillig? – sofort gärt es in der Gerüchteküche…

    Ein Mitarbeiter wird sich dann zur Kündigung entschließen, „wenn das Gras auf der anderen Seite des Zaunes grüner ist“, also er mehr Geld bekommt, eine größere Verantwortung angetragen bekommt, mehr Freiraum erhält, oder ganz einfach: die Reisezeit zur und von der Arbeitsstelle geringer wird… Hier kontert der Arbeitgeber meist mit Schlagworten, wie: Reisende soll man nicht aufhalten, Wer für Geld kommt, geht auch für Geld und – typisch für uns Deutsche – schüttet einen Sack voll Häme über den Mitarbeiter, der das Unternehmen verlässt. Besser wäre es, wenn das Unternehmen sich mit den Mitarbeitern permanent austauscht, die Gefühlslage eines jeden Mitarbeiters kennt und sich um die Weiterbildung und -entwicklung der Mitarbeiter kümmert.

    Ein Unternehmen wird dann eine Kündigung aussprechen, wenn das Unternehmen mit den erbrachten Leistungen des Mitarbeiters nicht zufrieden ist, wenn der Mitarbeiter für eine „schlechte Stimmung“ sorgt, wenn die gestiegenen Leistungsanforderungen sprich die Erwartungshaltung nicht erfüllt werden. Hier gilt auch der Satz: Ausgewechselt wird nicht, weil ein Mitarbeiter „schlecht“ ist, sondern weil der derzeitige Stelleninhaber den jetzigen und künftigen Anforderungen nicht entspricht, also jemand anderes „besser“ ist. Also ist das keine Frage des Genders oder des Alters, sondern der erbrachten bzw. zu erbringenden Leistung.

    Tatsache ist, daß ein Wechsel in der Belegschaft, im Management nicht immer etwas Negatives bedeutet. Nach dem Motto „Neue Besen kehren gut“ kann dies oft einen Neubeginn beinhalten, der für frischen Wind im Unternehmen sorgt.

    Juli 2016
    Wodurch zeichnet sich die nächste Generation aus? Welches sind die Werte der next Generation? War früher tatsächlich alles besser? Ist eine Frauenquote sozial gerecht umsetzbar?

    Derjenige, der Fragen stellt, scheint im Vorteil demjenigen gegenüber zu sein, der versucht, Antworten zu geben. Die Suche nach der „absoluten Wahrheit und Gerechtigkeit“ scheint inzwischen alle Bereiche des Lebens, der Wirtschaft, der Politik erreicht zu haben. Es ist zum Verzweifeln: Kaum wird eine Antwort vorsichtig und politisch korrekt definiert – schon wird die Antwort in Frage gestellt.

    Um also nicht „anzuecken“, sucht man den Mainstream, kann sich so perfekt in der Masse verstecken, fällt nicht auf und ist somit nicht angreifbar.

    Doch wer bestimmt, was eigentlich Mainstream ist – ist es eine temporäre Modeerscheinung oder ein wissenschaftlich abgesicherter Standpunkt? Heißt Mainstream die Verachtung einer individuellen Meinung oder bedeutet Mainstream der sichere Hafen, in dem man unangreifbar ist?

    Es scheint so zu sein, daß der Mainstream die Individualität eines jeden Einzelnen vereinnahmt, die eckige und kantige Meinung abschleift, die Persönlichkeit des Einzelnen hin zu Angepasstheit mutieren lässt, „crowd“ hat recht und viele Meinungsträger können sich nicht irren…

    Man sollte mal einen Blick in die deutsche Geschichte werfen!

    Juni 2016
    In Abwandlung des Wortes von Albert Einstein: „ Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt“ könnten Unternehmen sagen: „Visionen sind wichtiger als Wissen…“.

    Doch ist das nur die Hälfte der Wahrheit, da die meisten Unternehmen heutzutage über wohl-formulierte Visionen verfügen und diese auch veröffentlichen.

    Die andere Hälfte der Wahrheit ist viel schwieriger: nämlich die Umsetzung und das tagtägliche Leben einer Vision. Dies gelingt nur, wenn die gelebte Unternehmenskultur die Umsetzung einer Vision erlaubt. Die Unternehmenskultur beginnt an der Spitze eines Unternehmens: Führung durch Vorbild! Die gelebte – ja fassbare – Unternehmenskultur ist das „Schmieröl“, damit ein Unternehmen funktioniert, damit die Mitarbeiter wissen, wie das Miteinander gelebt werden soll, damit das externe Netzwerk (die Kunden, die Lieferanten) wissen, was sie von der Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Unternehmen erwarten können.

    Die Konsequenz: „Die gelebte Unternehmenskultur ist wichtiger als eine schriftlich definierte Vision, da bekanntermaßen die Umsetzung schwieriger ist, als die bloße Definition einer Zielvorgabe."

    Mai 2016
    Es ist schon schizophren: Einerseits werden die Netz-Teilnehmer mit privaten Informationen von „hippen Netzwerklern“ tagtäglich vollgestopft – andererseits beklagen sich die gleichen Netzwerkler darüber, daß diese Informationen systematisch gesammelt und zu Verhaltensmustern verknüpft werden, die letztlich dann in einem „gläsernen Menschen“ resultieren.

    Wer ist nun böse? Diejenigen, die die Informationen der Öffentlichkeit preisgeben, oder diejenigen, die die veröffentlichten Informationen verarbeiten, weiterverwerten, oder ist es gar das „böse Netz“?

    Das Netz ist in seiner Struktur klar definiert. Wer es benutzt, kann sich nicht auf eine Sonderbehandlung seiner ins Netz gestellten Informationen berufen: das ist wie ein Zug, der von A nach B fährt, wenn ich in den Zug einsteige, komme ich in B an.

    Der Informationsgeber hat die Wahl, in den einen oder in den anderen Zug einzusteigen – oder überhaupt erst gar nicht den Zug zu benutzen. Steigt er in A ein, so kann er nicht erwarten, in C zu landen. Also muss er sich vorher überlegen, ob er überhaupt den Zug A benutzen möchte - mit der Konsequenz in B anzukommen. Somit hat der Informationsgeber die Wahl!

    Der Informationsnutzer sitzt in A und wenn er den Zug in A benutzt, wird man unweigerlich in B ankommen. Also kann ich B nur dann vermeiden, wenn ich in einen anderen, also in einen „richtigen Zug“ einsteige.

    Viele Netzteilnehmer scheinen in dem verkehrten Zug zu sitzen!

    April 2016
    Das HANDELSBLATT wartete mit der Schlagzeile auf: "Minister warnen vor dem Ende der Stahlindustrie". Der Wirtschaftsminister von Deutschland (im Schlepptau mit den Ministern von Frankreich, Italien, Großbritannien, Belgien und Luxemburg) wurde instrumentalisiert, gegen das Gebaren der Chinesischen Stahlindustrie Position zu beziehen.

    Die Zeiten, da es Tausende von veralteten Hochöfen in China gab, sind längst Geschichte. China verfügt heutzutage über die modernsten Stahlwerke weltweit; allein sie produzieren - bis jetzt nur - "commodity Stahl". Das wird sich jedoch in den nächsten 3 bis 5 Jahren verändern, da dann die Chinesen mit ihren modernen Stahlwerken auch alle Arten von Spezialstählen herstellen können werden. Und wer hat den Chinesen die modernsten Stahlwerke gebaut? Es waren Deutsche Unternehmen.

    Und jetzt sollen es die Politiker richten, daß die Chinesen die europäische Stahlindustrie nicht angreifen?

    Das ist doch so, als wenn die Süßwarenindustrie Kinder mit Zucker vollstopft und dann das Gesundheitsministerium sich darüber beklagt, daß die Kinder schlechte Zähne haben!

    März 2016
    "Die Verakademisierung Deutschlands?"

    Die Berufswahl eines jeden Bürgers ist - neben der Hochzeit - eine der wichtigsten Entscheidungen, die ein Jeder zu treffen hat. Diese Entscheidungen haben einen unmittelbaren und langfristigen Effekt auf das künftige Leben, auf die künftige Entwicklung, auf das Lebensglück.

    Nun scheint die Bundesregierung wild entschlossen zu sein, einem jeden Bürger das Abitur zu verpassen - egal, ob er will oder nicht. Ein Leben ohne Abitur ist kaum vorstellbar… Und dann kommt das Studium und die Bundesregierung berichtet stolz von einer Zahl von fast 2,8 Millionen Studenten - natürlich sollte jeder studieren und die Anzahl der Studienfächer wächst überproportional - dies verbunden mit der "Qual der Wahl".
    Doch sind wir nicht dabei, blind in eine "akademische Sackgasse" zu laufen?

    Wo gibt es noch ehrliche und gut ausgebildete Handwerker oder Facharbeiter? Sind diese mit einmal Menschen "2. Klasse"? Und ist jeder tatsächlich befähigt, einen erfolgreichen Berufsweg nach dem Studium einzuschlagen? Immerhin liegt die Abbrecherquote von Studenten bei mehr als 25%!

    Oder ist demnächst ein erfolgreicher Stuidumabschluß die Eintrittskarte zu Hartz IV?
    Glücklicherweise gibt es noch Bürger mit "2 rechten Händen", die zufrieden in ihrem Beruf arbeiten und die oft mehr verdienen, als akademisch Ausgebildete, die mit hängenden Schultern ihren Beruf nachgehen…

    Februar 2016
    Es ist sicherlich ein Fehler (insbesondere von der älteren Generation), einen verträumt - verklärten Blick in die Vergangenheit zu werfen: Meist fangen diese vergangenheitsorientierten Hinweise mit der Vokabel: "Früher" an.

    Ist man jedoch fair und ausbalanciert, dann ist ein Blick in die Vergangenheit garnicht so schlecht:

    Früher wurde die Kundentreue belohnt - und der "alte" Kunde wurde hofiert, genoß automatisch Vorteile und stand eindeutig im Fokus des Unternehmens.

    Heutzutage wird diese Kundengattung als "Bestandskunde" abgestempelt, den man ja als Kunden bereits schon gewonnen hat und der Unternehmensfokus liegt jetzt vielmehr auf den "Neukunden". Dies führt - insbesondere im Telekommunikationsbereich - zu Konsequenzen, daß dem neuen Kunden bessere Konditionen eingeräumt werden, als dem alten Kunden - dies bedingt, daß der alte Kunde den bestehenden Vertrag erst kündigen muss, um in den Genuß eines besseren Angebotes zu kommen.

    Die Anzahl der Bestandskunden sinkt und die Anzahl der Neukunden steigt - verbunden mit dem Risiko, daß der Kunde den Anbieter wechselt.

    Ist das sinnvoll?

    Januar 2016

    12/2015 - Political Correctness
    Die Deutschen sind schon ein komisches Völkchen:

    - Einerseits sind wir nach wie folgt ein "Volk der Dichter und Denker" und bringen Individualisten hervor, die in den Naturwissenschaften, in der Philosophie, in der Literatur leuchturmartige Leistungen erbringen, um die uns der Rest der Welt beneidet. Andererseits wird die individuelle Denkleistung dadurch eingeschränkt, daß es die "political correctness" gibt: man tut das nicht, man darf das nicht: es werden künstliche Denk- und Sprechbarrieren aufgebaut.

    - Doch wer bestimmt eigentlich, was gedacht bzw. was geredet oder geschrieben werden darf? Der 68-er Generation ist es gelungen, den "Muff von vor 1000 Jahren" abzuschaffen, muß sich jedoch den Vorwurf gefallen lassen, keine neuen, ethischen Maßstäbe aufgebaut zu haben.

    - Noch gibt es in Deutschland kein "Denk- und Sprachministerium", also scheint es ein "Volksempfinden" zu geben, das die Sehnsucht nach Gleichstellung ausdrückt. Jedoch klar scheint zu sein: eine absolute Correctness gibt es nicht - genauso wenig, wie eine absolute Gerechtigkeit, oder eine absolute Gleichheit - außer in einer Diktatur (dann aber nur für die Nicht-Herrschenden).

    Man darf ja mal fragen, ob sich "Leuchttürme", wie Galileo Galilei, Leonardo da Vinci, Kepler, Diesel, Einstein, etc. an das Denken und Handeln in "politisch-korrekten Bahnen" gehalten haben.

    Dezember 2015
    11/2015 - Standort D
    Typisch Deutsch: Man meckert über die Politik, regt sich über die Steuern auf, schüttelt den Kopf über Europa, beschwert sich über Kinderlärm, zweifelt an wirtschaftspolitischen Entscheidungen, schüttet Häme über Großprojekte aus…kann man es den Deutschen überhaupt recht machen?

    Andererseits bemüht sich der Finanzminister um die Reduzierung des Defizits, feiern wir Brückentage bis zum Abwinken, haben wir Vollbeschäftigung, investieren in Forschung und Bildung, setzen auf Innovation und Start-ups und sind - ganz neben bei - Exportweltmeister.

    Anscheinend denken wir Deutschen nur in Extremen: zu groß, zu klein, zu wenig, zu viel, zu oft, zu selten. Und dann gibt es die alleinerziehende Kinderschwester, die als Paradebeispiel für die Benachteiligung einer ganzen Randgruppe herangezogen wird.

    Die Deutschen scheinen den Blick für das Maßvolle, für das Allgemeinwohl, für die große Mehrheit verloren zu haben.

    Hoch lebe der egoistische Individualismus!

    November 2015
    10/2015 - Das Unternehmen 4.0
    Die ganze Welt spricht von 4.0 - in der Produktion, in der Logistik, in der IT, HR…jeder unternehmensinterner und -externer Bereich wird erfasst - bestehende Prozesse werden auf den Prüfstand gestellt: Man spricht von Prozeßorchestrierung, Digitalisierung, Smart Services, Interoperabilität, Kommunikationstechnologie, Digitale Transformation…es ist schon schwindelerregend, was hier abgeht. Hinter jedem und allem wird ein Fragezeichen gesetzt, nichts bleibt mehr so, wie es war.

    "Time to market" ist das Schlüsselwort: Prozesse, die früher 3 oder 4 Jahre gedauert haben werden durch neue Organisationsformen und Strukturen auf 0,5 Jahre heruntergedampft- wobei die Qualität selbstverständlich nicht darunter leiden darf. Die Aussage "das haben wir schon immer so gemacht" ist nicht tot, sondern mausetot.

    Wie war das noch mal: "Nur der Wandel ist das einzig Beständige"

    Oktober 2015
    09/2015 - Fordern, Fordern, Fordern…
    Die Gewerkschaften fordern eine Gehalterhöhung für ihre Mitglieder, die Unternehmen fordern von der Politik, die Bürger fordern von der Regierung, alle fordern, fordern, fordern…

    Mal abgesehen von der Berechtigung einer solchen Forderung: "Der Ton macht die Musik" oder: "So wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus" - wäre es nicht manchmal hilfreicher und sinnvoller, wenn man - statt eine harte Forderung zu stellen -

    • einen Vorschlag unterbreitet
    • eine Empfehlung ausspricht
    • folgende Regelung sich vorstellt
    • um Prüfung des Sachverhaltes bittet
    Mit einer solchen semantischen Redewendung - die übrigens nichts kostet - provoziert man nicht gleich den Unwillen des Gesprächspartners, der sich durch eine gestellte Forderung gleich in die Defensive gedrückt fühlt und - um aus dieser Ecke wieder herauszukommen - in die (aggressive ) Offensive gehen muss.

    September 2015
    08/2015 - Persönliche Verantwortung
    Die Wirtschaftspresse treibt gerne und immer wieder ein neues Thema durch das Dorf: Mal wird die Langsamkeit propagiert, danach vor dem Burn-out-Syndrom gewarnt und jetzt kommt die Leidenschaft... . Toll, doch was helfen die neuen Heilsanstöße, wenn eine solide Grundlage bei den Managern fehlt?

    Manager werden dafür bezahlt, daß sie verantwortungsvoll mit der ihr anvertrauten Ressource (Mensch, Kapital, Produkte, Markt, etc.) umgehen. Über diese klar definierte Tätigkeit müssen (sollten) sie regelmäßig Rechenschaft ablegen, wie erfolgreich (oder auch wie wenig erfolgreich) sie gewirtschaftet haben.

    Der Erfolg des Tuns lässt sich nicht nur in der Jahresbilanz ablesen, sondern auch in der Monats G+V, im Projekt-Controllingbericht und letztlich auch bei einem Jahresgespräch. Wichtig ist eine direkte Verbindung zwischen der Aufgabenstellung und dem Ergebnis des jeweiligen Tun und Handelns. Hierunter verstehen wir nicht nur eine eindeutige Bestimmung des (Miß-) Erfolges, sondern auch die klare Zuordnung, wer für das Ergebnis verantwortlich ist.

    Leider ist es immer wieder üblich, daß die persönliche Verantwortung für ein Tun oder Lassen delegiert wird und zwar so, daß dann möglichst ein Management-Team auf der gleichen Ebene ("Delegation zur Seite") , auf der niedrigeren Ebene ("Delegation nach unten"), schlimmerfals auf die Höhere Ebene ("Rück-Delegation nach oben") mit der Aufgabe neu betreut wird. Hier handeln gleich zwei Parteien falsch: diejenigen, die delegieren und diejenigen, die die (delegierte) Verantwortung akzeptieren.

    August 2015
    07/2015 - Der selbstbewusste Mittelstand
    Es ist nicht solange her, daß mittelständische Unternehmen von ihren Banken mit Hinweis auf die zu geringe Eigenkapitalquote im wahrsten Sinne des Wortes "im Regen stehen gelassen" wurden. So nutzten die meist Eigentümer-geführten Unternehmen die gute Konjunktur der letzten Jahre dazu, die Eigenkapitalquote in eine Größenordnung von 25 % bis 30 % "raufzuschrauben". Wenn jetzt Bankengespräche geführt werden, bekommen die Sparkassen und Banken meist "rote Ohren", wenn diese von den Managern der Unternehmen gefragt werden, welche Eigenkapital-Quote die betreffende Bank selbst hätte. Das Motto der mittelständischen Unternehmen lautet: Investitionen ja, wenn diese selbst finanzierbar sind. Man begibt sich nicht mehr in die Abhängigkeit von Banken.

    Für die Berater der TMC-Gruppe ist es immer interessant, daß selbst kleine Unternehmen sich international bewegen. Es ist drollig, wenn ein eingefleischter Schwabe ("mer könnet alles, außer hochdeutsch") englisch spricht. Es ist jedoch gelebtes Unternehmertum, wenn der gleiche Manager sein Unternehmen im Ausland positioniert.

    Auch die TMC-Gruppe bewegt sich international: So fühlen wir uns in Europa, in Russland, in Kasachstan und in China "zuhause" und arbeiten erfolgreich an Projekten in der Türkei und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die TMC-Gruppe ist und denkt mittelständisch.

    Juli 2015
    06/2015 - Führung
    Es ist nicht solange her, daß mittelständische Unternehmen von ihren Banken mit Hinweis auf die zu geringe Eigenkapitalquote im wahrsten Sinne des Wortes "im Regen stehen gelassen" wurden. So nutzten die meist Eigentümer-geführten Unternehmen die gute Konjunktur der letzten Jahre dazu, die Eigenkapitalquote in eine Größenordnung von 25 % bis 30 % "raufzuschrauben". Wenn jetzt Bankengespräche geführt werden, bekommen die Sparkassen und Banken meist "rote Ohren", wenn diese von den Managern der Unternehmen gefragt werden, welche Eigenkapital-Quote die betreffende Bank selbst hätte. Das Motto der mittelständischen Unternehmen lautet: Investitionen ja, wenn diese selbst finanzierbar sind. Man begibt sich nicht mehr in die Abhängigkeit von Banken.

    Für die Berater der TMC-Gruppe ist es immer interessant, daß selbst kleine Unternehmen sich international bewegen. Es ist drollig, wenn ein eingefleischter Schwabe ("mer könnet alles, außer hochdeutsch") englisch spricht. Es ist jedoch gelebtes Unternehmertum, wenn der gleiche Manager sein Unternehmen im Ausland positioniert.

    Auch die TMC-Gruppe bewegt sich international: So fühlen wir uns in Europa, in Russland, in Kasachstan und in China "zuhause" und arbeiten erfolgreich an Projekten in der Türkei und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die TMC-Gruppe ist und denkt mittelständisch.

    Juni 2015
    05/2015 - Political Correctness
    "Political Correctness" ist das "In"-Wort der Deutschen, wobei mehr auf die Schale denn auf den Kern von Aussagen geachtet wird. Mit großem Eifer achten die an der Spitze von Politik und Wirtschaft stehenden Macher darauf, sich politisch korrekt auszudrücken und auf jeden Fall jede mögliche Randgruppe (und sei sie noch so klein) zu würdigen und hinreichend zu bedenken - wobei dies auf Kosten der großen Allgemeinheit erfolgt.

    Hierbei wird völlig vergessen, daß die deutsche Grammatik den Gattungsbegriff kennt, nämlich die Autofahrer, der Schaffner, der Beamte, der Islamist, wobei der Gattungsbegriff sowohl die männlichen als auch die weiblichen (Entschuldigung: die weiblichen und die männlichen) Funktions- und Stelleninhaber Menschen umfasst.

    Absolut auf die Spitze getrieben wird die Sucht nach der Suche von Political Correctness, wenn alte Kinderreime umgedichtet werden, sogar Bücher, die zur Weltliteratur zählen, neu geschrieben bzw. korrigiert werden, nur um "gender-gerecht" zu gelten.

    Mai 2015
    04/2015 - Die (semantische) Inflation
    Die älteren Manager können sich sicherlich und noch an die Zeit unter K. Adenauer erinnern, wo ein Betrag über DM 100.000,-- eine riesige Summe (viel Geld) war. Mit dem Wirtschaftswunder bewegten sich die genanten Zahlen im einstelligen Millionenbereich bis auf DM 100 Millionen (sehr viel Geld). Vor ca. 15 Jahren wurden die Bürger allmählich an größere Zahlen gewöhnt - so waren € 500 bis € 700 Millionen (ganz viel Geld) in der Politik an der Tagesordnung.

    Seit 5 Jahren wird der Bürger damit vertraut gemacht, daß Millionen "out" sind - jetzt geht es um (noch) einstellige Milliardenbeträge (unvorstellbar viel Geld). Versteht der Bürger eigentlich diese Größenordnung? Weiß er, wie viel Nullen vor dem Komma stehen?

    Übrigens: die nächste Größenordnung sind Billionen!

    April 2015
    03/2015 - Wen interessiert das schon?
    Gerade am Aschermittwoch haben sich die katholischen und evangelischen Schüler manche körperliche Auseinandersetzung geleistet: Die Unterschiedlichkeit der Glaubensrichtungen war durch das Aschenkreuz auf der Stirn sichtbar zum Teil mit der Konsequenz von Häme, Spott und Prügel. Tags darauf war alles vergessen und man saß auf der Schulbank zusammen. Heutzutage ist das den Schülern herzlich gleich, ob sie nun katholisch, evangelisch, ob jüdisch oder was anderes sind. Der Glaube ist Privatsache.

    Was kümmert sch ein Kollege, ob der Nachbar, der Vorgesetze, der Mitarbeiter schwul, lesbisch, bi - oder heterosexuell ist? Was ändert es an der leistungsmäßigen Beurteilung, ob nun ein Herrn Wowereit, Hitzlsperger seine sexuellen Präferenzen "outet"?

    Bei dieser Diskussion - egal ob Glaube, Weltanschauung, Sexualität wird oft die Gegenseite vergessen: Der Homosexuelle, Transsexuelle oder der Islamist klagt an, daß er nicht voll in die Gemeinschaft integriert ist. Er proklamiert sich als "zu schützende Randgruppe", fordert eine besondere sensible Behandlung.

    Wie sieht es mit denen aus, die keiner Randgruppe, sondern der Mehrheit angehörig sind? Die große Mehrheit toleriert den Anderen, die Andersartigkeit und will gar nicht wissen, welche sexuellen oder religiösen Praktiken der andere pflegt, ja er will damit gar nicht belästigt werden.

    Warum wird nicht die Privatsphäre der Mehrheit respektiert?

    März 2015
    02/2015 - Mittelmaß ist Trumpf
    In einem Gastkommentar im HANDELSBLATT beklagt Klaus Kinkel (ehemals Außenminister und FDP-Vorsitzender) zu Recht, daß seitens des Staates sowohl hilfsbedürftige Schüler als auch Talente zu wenig gefördert werden. Statistiken besagen, daß es bis zu 22% Problemschüler und bis zu 10% überdurchschnittlich-talentierte Schüler gibt - das heißt, daß Deutschland sich den Luxus in Zeiten geburtenschwacher Jahrgänge erlaubt, mehr als 1/3 der Jahrgänge zu vernachlässigen bzw. nicht zu fördern.

    Reflexartig kommt natürlich sofort der Aufschrei der Bundesländer: "Wir fördern doch und investieren € 500 Mio. in die Qualitätsoffensive Lehrerbildung". Jedoch wird die Forderung nach individueller Förderung der Arbeitnehmer, der Asylanten, der Arbeitssuchenden, der Schüler und Studenten durch den "Verwaltungsmoloch" des Staates konterkariert, der es jeder Randgruppe recht machen will und - um politische Ziele zu erreichen - den Leistungsmaßstab nach unten senkt: "Hoch lebe die Nivellierung nach unten!". So viele Studenten und Schüler, die heutzutage mit der Traumnote 1 abschließen, hat es noch nie gegeben. Aber Prozentrechnen, Dreisatz, ja selbst korrekte Rechtschreibung, etc. ist bei den Einserkandidaten unbekannt! Darum haben sich dann die Berufsschulen und die Unternehmen selbst zu kümmern.

    Februar 2015
    01/2015 - Läuft Deutschland in eine "Akademiker-Falle" ?
    Endlich laufen die Zahlen in die richtige Richtung - so wollen uns die Politiker glauben machen: 530.715 Lehrlinge und 507.124 Studienanfänger im Jahre 2013. Das Motto lautet: Bildung ist Zukunft - platt ausgedrückt: Jeder Schulabgänger sollte studieren - für jeden Schüler gibt es ein Fach, in dem er sich geistig austoben kann. Jedem sein Bacherlor, sein Master, sein Diplom - egal ob er / sie will oder nicht.

    Wird hier nicht der Bedarf der Volkswirtschaft "einäugig" betrachtet? Zählt eine ganz normale Lehre nicht mehr? Sollen wir den "Meister" nicht einfach abschaffen? Brauchen wir den Facharbeiter nicht mehr?

    Auf wessen Rücken ist denn Deutschland aus den Trümmern aufgebaut worden? Waren es nicht die "ganz normalen Arbeiter", die Fachkräfte, die erfahrenen Techniker, die den Aufbau und das kontinuierliche Wachstum geschaffen haben?

    Jetzt tun wir so, als ob wir uns eine gesunde Volkswirtschaft ohne Automechaniker, ohne Friseur, ohne Schornsteinfeger, ohne Busfahrer, ohne technische Zeichner, ohne Gärtner leisten können. Die einen (die Studenten) werden gepämpert, die anderen (die Facharbeiter) werden vernachlässigt und nicht gefördert. Das läuft doch alles auf eine "Nivellierung nach unten" heraus: "Kannst Du bis 3 zählen, dann bekommst Du einen akademischen Abschluß". Das Abitur kriegt doch heute (fast) jeder mit einer Traumnote 1 - was - Du willst (nur) Monteur werden?. Es dauert nicht lange, bis die Politiker uns den "Bachelor of Fensterputzer", den "Diplom Busfahrer" und den "Master of Hair" präsentieren.

    Januar 2015

    12/2014 - Gibt es eigentlich keine wichtigeren Themen…
    … für die Politiker, als die Frauenquote rauf und runter zu deklinieren? Interessant festzustellen, daß das Leben vor und nach der Geburt eines Babys anders ist, beachtenswert zu bemerken, daß es ein Unterschied zwischen Männlein und Weiblein gibt, wichtig zu analysieren, daß beide Geschlechter anderes denken, reden, handeln unbedingt notwendig zu untersuchen, ob und wie ein Arbeitsplatz familienfreundlicher und -gerechter gestaltet werden kann. Sind Themen wie Arbeitsarmut, Infrastruktur, Verschuldung, Verschwendung, Radikalismus, etc. nicht wichtiger, nicht relevanter für Deutschland? Man gewinnt den Eindruck, daß die Politiker nur noch aussitzen, nicht entscheiden und sich freuen, wieder mal eine "neue Sau durch das Dorf" treiben zu können.

    … für die Manager, als über die Maximierung des persönliches Gehaltes laut zu reden? Wie Pferde auf der Rennbahn möchte man der schnellste, der teuerste, in den Medien der präsenteste Manager sein, der dann auch noch damit prahlt, nicht gerne im Stau zu stehen. Sind Themen, wie das Bestehen im internationalen Wettbewerb, das Eintreten für eine erarbeitete Leistung, wie Übernahme von persönlicher Verantwortung, das Umsetzen von selbst unliebsamen Entscheidungen, die gelebte Begeisterung für "sein" Unternehmen nicht relevanter, als wie ein Gockel darauf stolz zu sein, den höchsten price-tag zu tragen?

    Dezember 2014
    11/2014 - Verdrossenheit
    In der Politik wird oft von der "Politik-Verdrossenheit" gesprochen und die Politiker beschäftigen Heerscharen von Beratern damit, die Gründe für die negative Reaktion der Bürger zu erfahren.

    Ohne die "Glaskugel" zu haben: Die Bürger und Unternehmen zahlen brav Steuern und der Staat geht nicht sorgfältig mit den Steuergeldern um. Projeküberläufe in allen Bereichen (Bundeswehr, Flughäfen, Bahnhöfe, Autobahnen…) werden beklagt und direkte Konsequenzen bei den Verantwortlichen sind nicht zu spüren.

    In derWirtschaft kann man das gleiche Phänomen beobachten: Die Vokabeln "innere Kündigung" und "burn-out" beschreiben den gleichen Mechanismus, der in Unternehmen auf unterschiedlichsten Ebenen zu finden ist: Es werden Versprechen gemacht, die Realität sieht jedoch anders aus. Gegen die Verdrossenheit helfen nur Offenheit, klare Kommunikation und Berechenbarkeit, um dieses Phänomen zu bekämpfen bzw. gar nicht aufkommen zu lassen.

    Kurz: Die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit führt zur Verdrossenheit gemäß dem Motto: "Die da oben machen ja doch, was sie wollen"!

    November 2014
    10/2014 - Führt die "political correctness" in eine Sackgasse?
    Vielleicht ist es ja doch eine Sackgasse, wenn die emanzipatorische Glaubensgemeinschaft alles auf "er" und "sie" reduziert: der Schaffner - die Schaffnerin, der Soldat - die Soldatin, der Geschäftsführer - die Geschäftsführerin, der Matrose - die Matrosin…

    Jetzt liest man, daß "…viele Firmen 2016 an der gesetzlichen Frauenquote von 30 % für Aufsichtsräte scheitern werden" (Handelsblatt vom 24.06.2014). Der Gesetzgeber fordert und droht mit Strafmaßnahmen, sollte die Quote nicht zu schaffen sein. Die Realität: Es gibt zu wenig Frauen in den Führungsetagen (es heißt übrigens nicht: Es gibt zu wenig qualifizierte Frauen in den Führungsetagen).

    Vielleicht liegt die elegante Lösung darin, den Fokus wieder auf den 3. Artikel zu legen, nämlich, neben "der" und "die" wieder das "das" zu betonen, nämlich die neutrale Funktionsbezeichnung verstanden als "Gattungsbegriff", wobei der Angestellte, der Manager, der Vorstand sowohl den männlichen oder den weiblichen Stelleninhaber umfasst. Das hätte zur Folge, daß die Unternehmen sich nicht auf Geschlechtsmerkmale, sondern auf die Leistung, den Erfolg, die Persönlichkeit fokussieren könnten und müssten. Manchmal kann eine Problemlösung so einfach sein.

    Ist Deutschland dabei, vor lauter "correctness" das eigentliche Ziel aus den Augen zu verlieren? Sind wir nicht dabei, uns auf "Nebenkriegsschauplätzen" zu fokussieren und vergessen dabei, die eigentlich relevanten Probleme anzugehen?

    Oktober 2014
    09/2014 - Es fehlt die Ausgeglichenheit
    Das "Anti-Stress-Gesetz" macht die Runde: Gewerkschaftler und insbesondere Frau Nahles wettern gegen die 24-stündige Dauer-Erreichbarkeit der Mitarbeiter, die auch außerhalb der Arbeitszeit von ihrem Chef per E-Mail und / oder Smartphone drangsaliert werden. Für die Betroffenen soll der "Ruheraum" der Freizeit geschützt werden, sodaß diese nicht dem Burnout-Syndrom zum Opfer fallen.

    Eigentlich ein richtiger Gedanke, denn "Arbeit ist Arbeit und Schnaps ist Schnaps". Aber wird hier nicht eine "semantisch-überzogene Keule" geschwungen?

    Ausgeglichen wäre die Diskussion um ein "Anti-Stress-Gesetz" dann, wenn es geregelt bzw. untersagt würde, daß

    " während der Freizeit der Arbeitgeber den Arbeitnehmer nicht zusätzlich mit geschäftlichen Anrufen beaufschlagen darf und
    " während der Arbeitszeit der Arbeitnehmer keine privaten Anrufe tätigt bzw. einen intensiven SMS und E-Mail Verkehr betreibt

    Mit großer Sicherheit schlägt der Staat wieder mit Regeln und Gesetzen zu, die eigentlich beide, nämlich sowohl der Arbeitnehmer wie auch der Arbeitgeber selbst regeln könnten, ohne daß die private bzw. berufliche Sphäre durch irgendein Gesetz beeinträchtigt wird: Es wäre schön, wenn dem durchaus mündigen Bürger zugetraut würde, daß er selbst entscheiden kann, ob ein Anruf (egal, ob in der Freizeit oder während der Arbeitszeit) notwendig oder beeinträchtigend (d.h. überflüssig) ist. Diese Sensibilität kann wohl erwartet werden, ohne daß die Regulierungswut des Staates wieder man zuschlägt…

    September 2014
    08/2014 - Neuer Chef = Neuer Erfolg?
    Im HANDELSBLATT konnte man die Schlagzeile lesen: "Auch unter der neuen Chefin geht der Umsatz bei KARSTADT zurück". Deutlich wird die maximale Erwartungshaltung des Aufsichtsrates, daß ein neuer Vorstandsvorsitzender der Garant für Umsatzsteigerung ist, getreu dem Motte: "Neue Besen kehren gut".

    Eine solche Logik ist jedoch mit vielen Fragezeichen und Imponderabilien verbunden:

    - Wo steht, daß selbst ein erfolgreicher Manager in einem neuen Umfeld ebenso erfolgreich ist?
    - Ist sichergestellt, daß der neue Manager überhaupt in der Organisation des neuen Unternehmens "ankommt"?
    - Sind die Kommunikationskanäle im Unternehmen die gleichen, wie in dem Unternehmen, in welchem er erfolgreich gewesen ist?
    - Trifft "der Neue" die richtige Tonlage, sowohl nach innen wie nach außen?

    August 2014
    07/2014 - Kontrolle der Kontrolle?
    Es ist ein typischer Reflex in Deutschland: Macht ein Spartenleiter einen Fehler, dann muß der Vorstand ran verbunden damit, daß die Verantwortung - zumindest teilweise an den Vorstand delegiert wird. Macht der Vorstand einen Fehler, muß der Aufsichtsrat ran, verbunden damit, daß die Verantwortung, die beim Vorstand lag - zumindest teilweise - an den Aufsichtsrat delegiert wird. Macht der Aufsichtsrat einen Fehler, dann schreitet die Gesellschafterversammlung ein und dann kommt der einzelne Aktionär dran, der wiederum die Verantwortung an den Spezialisten schiebt…ach, in diesem Kreislauf sind noch die Banker, die Berater und der Staat vergessen worden.

    Dann haben wir einen typischen circulus vitiosus, wobei der Staat in der Einstellung der "beunruhigten" Bürger die ultima ratio darstellt. Der Staat wird es schon richten, er meint es ja nur gut und ist auf jeden Fall gerecht, da er sozial ist.

    Im Fall PROKON werden jetzt die Schuldigen gesucht: die BAFIN wird angeprangert, die Verbraucherzentralen werden angegriffen: die "armen" 75.000 Anleger, die dem Ökokonzern € 1,4 Mrd. anvertraut haben und jetzt um ihre Ersparnisse bangen! Hat hier nicht wieder mal die Gier zugeschlagen?

    Wie war das nochmals: Gier frißt Hirn!! Und eine persönliche Entscheidung läßt sich nicht wegdelegieren, selbst wenn ein Kontroll - Monstrum geschaffen wird, das letztlich nur eine Schein-Sicherheit vorgauckelt.

    Juli 2014
    06/2014 - Der Wille zum Erfolg
    Seien Sie doch mal ehrlich…Wer kennt sie nicht: Victoria Beckham, nur bitte jetzt nicht die Nase rümpfen, weil man natürlich sofort an das attraktive Spice Girl denkt. Vor 5 Jahren - noch stark im Schatten ihres Mannes des Fussballstars Beckham stehend - wurde sie gefragt, wie sie ihre Zukunft sieht, wobei sie antwortete: "Ich möchte als Marke genauso bekannt sein, wie HENKEL"!

    Und heute? Heute steht das Spice Girl als ein etablierter Designer dar, hat sich vom Schlagersternchen erfolgreich zur Stilikone entwickelt und erst kürzlich in London ein Flagship - Store mit der Marke "Victoria Beckham" eröffnet.

    Es ist doch interessant, was man mit dem "Willen zum Erfolg" alles bewirken kann, insbesondere dann, wenn man mit Beharrlichkeit an dem Ziel arbeitet, das Ziel fokussiert im Auge behält und aus Rückschlägen entsprechende Lehren zieht. Bei einem solchen Erfolg - ist hier verächtlicher Neid oder aber Bewunderung an der Leistung angebracht ?

    Übrigens: Victoria Beckham ist eine Frau, also kann auch eine Frau - trotz ihres bekannten Ehemannes - qua Leistung überzeugen.

    Juni 2014
    05/2014 - Selbstbestimmung
    Zu Recht bezeichnet die HANDELSBLATT - Chefreporterin Frau T. Kewes das Rentenpaket der Großen Koalitionen als "Lug und (Selbst-) Betrug". Die Diskussion wird einäugig geführt und die "je-früher-desto-besser-Rente" wird von der Politik und den Gewerkschaften als das Allein-Seligmachende dargestellt.

    Ist denn Arbeiten tatsächlich nur eine geistige und körperliche Belastung, die mit "blood, sweat and tears" verbunden ist? Ist denn Arbeiten wirklich mit Ausbeutung gleichzusetzen, bedeutet Arbeiten eine Fehlentwicklung, von der die Menschen befreit werden müssen? Ist Arbeiten das Gegenteil vom Leben im Paradies?

    Warum bedeutet Arbeiten nicht das Meistern von Herausforderungen, interessante Abwechslung, Freude, ja sogar Spaß? Arbeiten bedeutet Verantwortung (für sich selbst) zu übernehmen. Das Bewältigen von Aufgaben bringt Befriedigung, Stolz und ein gelebtes (erlebtes) Selbstwertgefühl der Bürger. Zu Recht wird von "Recht auf Arbeit" gesprochen.

    Bei der Diskussion um die Frührente wird mit: jetzt, sofort, möglichst hoch, wer die Kosten trägt: ich nicht - die Anderen, argumentiert. Völlig verschwiegen wird hingegen die Isolierung und das Dahindämmern in Selbsthilfegruppen, die die (eigene) Freizeit fremdbestimmen und die den von der Arbeit befreiten Bürger vor dem dumpfen Dahinsiechen retten, indem die post-Arbeits-Lebensphase sozialgerecht und -verträglich von durch den Staat subventionierten Arbeitsgruppen organisiert wird.

    Die Selbstbestimmung der Bürger wird auf dem Schein-Altar der Frührente geopfert.

    Mai 2014
    04/2014 - Steuerhinterzieher vs. Steuerverschwender
    Derzeit findet in Deutschland eine "einäugige" Diskussion in der Öffentlichkeit statt: Steuerhinterzieher werden zu Recht an den Pranger gestellt, als unsozial denkende und -handelnde Bürger bezeichnet und als diejenigen charakterisiert, die in egoistischer Weise mehr vom Staat nehmen, als Sie geben können (bzw. sollten).

    Doch wie sieht es mit der Treuepflicht des Staates aus, dem die Bürger die Steuern entrichten, die der Staat haben will bzw. braucht?

    Der Bund der Steuerzahler gibt jährlich ein Schwarzbuch heraus, in welchem die öffentliche Verschwendung in Milliardenhöhe angeprangert wird. Was sind jedoch die Konsequenzen eines derart verantwortungslosen Handelns? Müsste nicht der Staat mit guten Beispiel vorangehen und sorgsamst und verantwortungsvoll mit den Steuergeldern umgehen?

    Leider ist nicht ein einziger Fall bekannt, wo ein Steuerverschwender angeklagt oder gar verurteilt wurde.

    Ist das gerecht?

    April 2014
    03/2014 - Nachhaltigkeit?
    In der Wirtschaft hat der Begriff der Nachhaltigkeit als das "heilsbringende Wort" Einzug gehalten. Alles, was als nachhaltig bezeichnet wird, ist gut. Nachhaltiges Handeln ist immer richtig und muss gefördert werden.

    Doch wie sieht es mit der Nachhaltigkeit bei der beruflichen Karriere aus?

    Der Begriff eines Kruppianers, eines Siemensianers, eines HDW'lers beinhalt, daß der jeweilige Mitarbeiter (gleich auf welcher Hierarchieebene und gleich in welcher Funktion) 20, 30 ja 40 Jahre im gleichen Unternehmen verbracht hat. Schaut man sich hingehen heute die Lebensläufe der Geschäftsführer, der Vorstände an, so sind dies - wie D. Fockenbrock (HANDELSBLATT) sie titulierte - nur noch "Chef auf Abruf".

    Selbst - oder gerade - Top - Managern wird eine spezielle Aufgabe zugeteilt, ein Projekt übertragen. Ist die Aufgabe, das Projekt erledigt - selbst wenn mit Bravour gemeistert - darf der Top - Manager seinen Hut nehmen. Top - Manager, die sich mit einem "Lebenswerk" innerhalb eines Unternehmens auszeichnen, sind eine aussterbende Spezie.

    Das gleiche gilt für Manager auf der mittleren Hierarchieebene. Es ist nicht selten, daß diese bei dem gleichen Unternehmen nur 2 max. 3 Jahre verbringen - nicht, weil sie es wollen, sondern weil das jeweilige Unternehmen verkauft, umstrukturiert bzw. umorganisiert wird.

    Die Lebensläufe heutzutage sind eher durch Kurzfristigkeit denn durch Langfristigkeit charakterisiert.

    Ist das gelebte Nachhaltigkeit?

    März 2014
    02/2014 - Semantische Verrohung
    Es ist schon interessant zu beobachten, wie " die Deutschen" mit ihrer Sprache umgehen. Natürlich entwickelt sich eine Sprache weiter - Worte und Floskeln gehen verloren (Ihr sehr Ergebener, Hochachtungsvoll, Ich bitte um gebührliche Beachtung...) neue Worte entstehen und werden sprachgebrauchlich übernommen (Email, Handy, chatten, entsorgen).

    Es ist noch gar nicht so lange her, da wurde "vorgeschlagen", da wurde "gebeten zu berücksichtigen", da wurden "Ideen diskutiert". Heutzutage werden keine langen Umstände mehr gemacht, es wird kein Raum für Erörterungen gelassen. Es wird "gefordert", "verlangt" und "behauptet". Kurz: der Erwartung, daß die Gegenseite eine eigene Meinung bildet, einen eigenen gar einen anderen Standpunkt definiert, wird mit einer latenten Aggressivität begegnet, getreu dem Motto: Jetzt, Hier, Sofort und Alles!

    Muss das wirklich so sein?

    Februar 2014
    01/2014 - Deutschland's Bermuda - Dreieck
    Ja, auch in Deutschland gibt es ein Bermuda - Dreieck - dies verbunden mit Namen, wie Hamburg (Elbphilharmonie), Berlin (Flughafen), Stuttgart (Bahnhof) und mit solchen Mega - Projekten, die meist von großen Unternehmen oder dem Staat gesteuert werden. Typisch für solche Unternehmen ist, daß die Initiatoren die komplexen Projekte mit alten, herkömmlichen Strukturen "von oben nach unten" steuern wollen.

    Agile, mittelständische Unternehmen zeigen, wie es "richtig" gemacht wird: Alle Mitarbeiter - egal auf welcher Hierarchieebene - werden integriert und eine gezielte Kommunikation sorgt dafür, daß selbst komplexe Zusammenhänge verständlich gemacht werden. Es wird nicht auf Anweisungen "von oben" gewartete, vielmehr wird Kompetenz und Verantwortung delegiert - die Entscheidungsbefugnisse bis "nach unten" ausgedehnt.

    Die Konsequenz dieses Ansatzes ist, daß die klassische Form der bestehenden Unternehmenshierarchie, die gesamte Unternehmensorganisation und die vorhandene Unternehmensstruktur vollkommen neu überdacht und geordnet werden muss.

    Der mittleren und unteren Hierarchieebene werden keine Handlungsanweisungen mehr gegeben, vielmehr werden Ziele definiert, verbunden mit der Möglichkeit, Hindernisse auf dem Weg der Zielerreichung selbstständig zu umgehen bzw. aus dem Weg zu räumen - Lösungen sind gefordert.

    Januar 2014

    12/2013 - Die Nachfolge
    Gemeinhin wird bei dem Thema "Nachfolge" an mittelständische Unternehmen gedacht, an das Problem des Generationswechsels, wenn der Senior - Chef abtreten soll bzw. will. Sicherlich ist es schwer, einen adäquaten Nachfolger zu finden, der die großen Spuren des Patriarchen ausfüllen soll, der das Unternehmen weiterführen soll. Leider ist es oft so, daß der Sohn, die Tochter nur bedingt bereit, geeignet und / oder auf diese Aufgabe vorbereitet ist obgleich der Senior eigentlich früh genug mit einer externen Nachfolgeplanung beginnen könnte.

    Doch diese Themenstellung ist nicht nur für "ganz oben" relevant - auch die Nachfolge von strategisch relevanten Funktionsträgern sollte langfristig geplant werden. Wichtige Aufgabenstellungen in den Bereichen Vertriebsleitung, Produktionsleitung in dem Bereich F&E und Finanz & Rechnungswesen sind unternehmenskritisch und haben einen direkten Einfluß auf den langfristigen Unternehmenserfolg.

    Was hindert die Unternehmensleitung daran, für jeden strategisch - wichtigen Funktionsträger einen Stellvertreter im petto zu haben, der "für den Fall des Falles", die Aufgabenstellung übernehmen kann?

    Dezember 2013
    11/2013 - Das Bessere ist der Feind des Guten
    Wer kennt das nicht: gerade läuft ein Produkt sauber vom Band, ein neuer Prozess ist sicher installiert, eine neue Dienstleistung wird sowohl unternehmensintern, als auch -extern akzeptiert, schon kommt ein quirliger Mitarbeiter, ein querdenkender Manager um die Ecke und macht einen Verbesserungsvorschlag, wie man das Produkt, den Prozess, die Dienstleistung noch besser machen kann.

    Und dann kommt's: statt Begeisterung für den Fortschritt zu zeigen, statt neugierig auf den Vorschlag zu sein, statt den Unternehmens- bzw. Wettbewerbsvorteil zu sehen, wird knarzig reagiert: "Das haben wir schon immer so gemacht, warum muß denn schon wieder etwas verändert werden, jetzt muß ich mich umstellen…", kurz: Opposition und kontraproduktive Einstellung machen sich breit".

    Kann das im Sinne des Unternehmens, des einzelnen Mitarbeiters sein? Garantiert nicht, denn von Fortschritt, von der Weiterentwicklung, dem Wettbewerbsvorteil lebt ein Unternehmen und garantiert die langfristige Existenz.

    Also: schön neugierig auf das Neue sein und optimistisch in die Zukunft des Unternehmens blicken!

    November 2013
    10/2013 - Der Manager - ein Traumberuf?
    Gerne wird in Deutschland ein Manager als ein moral- und seelenloser Mensch dargestellt, der mit dickem Bauch charakterisiert "den Hals nicht voll bekommt". Er gilt als raffgierig, als selbstsüchtiger Opportunist, der in egoistischer Weise "die da unten" aussaugt und das Inbild eines Machos ist. Natürlich - wo Rauch ist, ist auch Feuer - aber gilt die persiflierte Überzeichnung heute? Im Bundestagswahlkampf 2013 wurde die Frage nach der "sozialen Gerechtigkeit" von allen Partien mit vehementer Inbrunst und großer Heftigkeit geführt: Die da oben sollen den da unten ruhig etwas abgeben.

    Wie sieht jedoch die Realität aus?

    Die Manager - auch die von kleinen Unternehmen - sehen sich einem harten, immer heftiger werdenden Wettbewerb ausgesetzt, die Halbwertszeit von Produkten wird immer kürzer, die Märkte immer globaler und der Staat tut das seine durch immer umfangreichere Regulierungen und ein dramatisches Mehr an Gesetzen und Verboten. Der tatsächliche und der empfundene Druck auf die Entscheider in der Wirtschaft wird immer größer, sodaß Manager zum Teil keine weitere Karriere mehr machen wollen. Die Vereinsamung der Top Entscheider nimmt zu, kaum ein Manager traut dem anderen, der ehrbare, hanseatische Kaufmann gilt als ausgestorben.

    Ist das ein Umfeld, in dem man heutzutage seinen Beruf nachgehen möchte?

    Oktober 2013
    09/2013 - Gibt es den Fach- und Führungskräftemangel wirklich?
    Alle, die sich mit den demographischen Trends in Deutschland beschäftigen, wird klar, daß wir mit "höchstkritischen - ja dramatischen" Konstellationen auf dem Arbeitsmarkt zu rechnen haben.

    Jedoch sollten wir von einer isolierten Betrachtungsweise weggehen und uns mit folgenden Beobachtungen beschäftigen:

    " Zuwanderer - immer mehr gut ausgebildete Europäer kommen aus Italien, Spanien, Griechenland nach Deutschland
    " Frauen - nachdem die deutsche Politik die Quotenfrau propagiert, ist sowohl der relative als auch der absolute Anteil von Frauen an den Erwerbstätigen gewachsen
    " Expats - es gibt eine große Anzahl an qualifizierten Deutschen, die zwar mit großer Euphorie ins Ausland gebracht wurden, dort jedoch auf die Re - Integration in die deutsche Arbeitswelt warten

    Wenn natürlich die Bundesregierung aus jedem Bürger (ob er will oder nicht) einen Akademiker macht (ob er kann oder nicht), dann haben wir ein typisch "hausgemachtes" Problem

    September 2013
    08/2013 - Leere Worthülsen oder kategorischer Imperativ?
    In Deutschland gibt es kaum eine Diskussion – gleich ob mit wirtschaftlichem oder mit politischem Schwerpunkt -, bei der nicht die Worte „nachhaltig“, „ökologisch“ und „sozial“ permanent gebraucht werden.

    Oft fallen diese Begriffe, da die Diskussionspartner sich als modern, als zeitgeist – konform oder als „in“ darstellen wollen. Egal, ob die Vokabel in einem semantischen Sinn – Zusammenhang stehen (oder nicht), handelt es sich um eine ungezielte Nutzung der Worte. Interessant wird es jedoch, wenn diese Begriffe zielorientiert und bewußt eingesetzt werden, also wenn man besonders betont, daß der eine Diskussionspartner über die Maßen „nachhaltig“, „ökologisch“ und „sozial“ denkt und handelt. Der Reflex beim Gesprächspartner ist – um nicht als „unsozial“, „unökologisch“, „nicht nachhaltig“ zu erscheinen – daß er noch „ökologischer“, noch „nachhaltiger“, noch „sozialer“ argumentieren muß, um aus der Gesprächsdefensive herauszukommen.

    August 2013
    07/2013 - Will der Deutsche Bürger belogen werden?
    Im Ausland werden die Deutschen wegen ihrer Kerneigenschaften wie Genauigkeit, Ehrlichkeit, Präzision, etc. geachtet und geschätzt. Deutsche Engineeringleistungen finden ihren positiven Niederschlag in der Automobilindustrie, der Atomkraft, dem Maschinen- und Anlagenbau – nur um einige Bereiche zu nennen.

    Um so verwunderlicher ist es, daß kaum ein Tag vergeht, an dem nicht in den Zeitungen von drastisch höheren (natürlich ungeplanten) Kostensteigerungen bei Projekten, wie Stuttgart 21, Flughafen Berlin, Jade – Weser – Port, etc. zu lesen ist. Hier geht es nicht um Fehlplanungen in „Peanuts“ – Größe, sondern in Höhe von Milliarden Euros!

    Die Projektverantwortlichen treten nicht mal aus Scham vor der eigenen Inkompetenz freiwillig zurück, sondern müssen gezwungen werden, ihren „Hut“ zu nehmen und dies, ohne jegliche persönliche Konsequenzen – ein selbstständiger Unternehmer haftet mit dem privaten Vermögen – ein angestellter Top – Manager bzw. ein Beamter tritt zurück, schüttelt sich und sucht sich eine neue Aufgabe.

    Als Begründung für ein solches Fehlverhalten, für eine solch exorbitante Fehlplanung, wird seitens der Verantwortlichen herangezogen, daß „wenn man die Wahrheit zu Projektbeginn über das Volumen sagen würde, dieses Projekt nie angefangen würde und politisch nicht durchsetzbar sei“.

    Eine solche Behauptung ist ein Schlag ins Gesicht eines jeden mündigen Bürgers!

    Juli 2013
    06/2013 - Dünnhäutigkeit
    Die Zeiten, in denen man sich die „ungeschminkte“ Wahrheit offen und direkt sagen konnte, sind vorbei. Die „political correctness“ schlägt auch in der ganz normalen, tagtäglichen Kommunikation zu – „rau aber herzlich“ gilt nicht mehr. Jede Bemerkung, jeder Blick – alles wird auf die Goldwaage gelegt und mehr Zeit damit verbracht, auf die „Zwischentöne“ zu hören, zwischen den Zeilen zu lesen, als sich auf das Wesentliche der Aussage zu konzentrieren.
    Natürlich – „der Ton macht die Musik“ - doch wenn man stets wie ein rohes Ei behandelt werden will – wie kann denn aus dem rohen Ei ein Küken, ein Hahn oder eine Henne werden?

    Das Streben, es ja allen Adressaten (Entschuldigung – ich vergaß: natürlich auch Adressatinnen) recht zu machen, treibt Blüten, die bis hin zur Dummheit gehen. Die „gender – correctness“ vergißt dabei ganz, daß es in der deutschen Sprache auch den Gattungsbegriff gibt, der Männlein und Weiblein, groß und klein, dick und dünn, Singular und Plural umfasst.

    Die Frage, die sich stellt ist doch: Was ist wichtiger, der Inhalt oder die Verpackung?

    Juni 2013
    05/2013 - Kommunikation im Sinkflug
    Eigentlich sollte man davon ausgehen, daß die Kommunikation aufgrund der technischen Möglichkeiten nicht nur schneller, sondern auch präziser wird.

    Leider ist jedoch die gegenteilige Beobachtung der Fall:
    Zwar wird die Kommunikation immer schneller, jedoch läßt die Präzision der Kommunikation drastisch nach. Auf Rechtschreibung wird kein Wert mehr gelegt, es werden selbsterfundene Abkürzungen benutzt und der Inhalt der Kommunikation ist unzureichend. Manchmal hat man das Gefühl, daß die Finger, die eine Nachricht schreiben, sich eher bewegen, als daß das Gehirn eingeschaltet wurde. Nicht die Präzision der Kommunikation zählt, sondern vielmehr die Schnelligkeit, wichtige Informationen werden vergessen, es wird auf bestehende Kommunikationsinhalte nicht eingegangen – Hauptsache, man kann möglichst schnell auf „send“ drücken.

    Uns scheint, daß die Grenzen der Kommunikation allmählich erreicht werden – der Manager befaßt sich mit zu vielen Informationen, kann nicht mehr selektieren bzw. filtern, wird aufgrund der Anzahl der E-Mails oberflächlich, nimmt nur noch eine „verteidigende Kommunikationsposition“ ein und ist letztlich ein „Getriebener“.

    Mai 2013
    04/2013 - Mitarbeitergespräche
    Es hat wie eine „Bombe“ eingeschlagen, daß Lanxess die Mitarbeitergespräche abschaffen will.

    Dieser „revolutionäre“ Ansatz trägt jedoch dem Umstand Rechnung, daß der herkömmliche Ansatz die Unternehmen fast paralysiert, wenn zu einem bestimmen Zeitpunkt die Mitarbeitergespräche stattfinden. Der Vorgesetzte beurteilt – meist unbewusst – die Leistung des zu Beurteilenden in dem (den) letzten Monat(en) und gelangt somit eher zu einem Zeitpunkt – bezogener Betrachtung.

    Statt dessen schlägt Herr Zhengrong Liu – Personaldirektor der Lanxess AG vor, ein Beziehungstagebuch zu führen, welches den dynamischen, nicht statischen Arbeitsabläufen der heutigen Zeit bedeutend mehr entspricht. Hier werden gemeinsame Spielregeln und Leistungsergebnisse sowohl vom Vorgesetzen als auch vom Mitarbeiter definiert und im Rahmen einer permanenten (schriftlichen) Diskussion festgehalten.

    Sicherlich ein interessanter Ansatz, der – da Zeitraum – bezogen bedeutend gerechter (für beide Seiten) ist.

    April 2013
    03/2013 - Kontrolle der Kontrolle
    Wenn damals der alte Platon genörgelt hat: “Wer überwacht die Wächter?“, neigt man heute dazu, ihm recht zu geben. Aufsichtsräte werden als Überwachungsorgane bezahlt – glänzen aber durch Abwesenheit und Passivität. Sind Aufsichtsräte dennoch mal anwesend, stellen sie jedoch nicht die richtigen, kontrollierenden Fragen, da „…ich nicht informiert wurde…“. Natürlich kann man dann die Problemlösung darin sehen, daß das Überwachungsorgan seinerseits nochmals durch ein weiteres, übergeordnetes Organ kontrolliert werden muß.

    Doch das ist zu kurz gesprungen.

    Selbst die dümmsten Entschuldigungen für das persönliche Versagen werden ernst genommen, werden diskutiert, in der Presse breitgetreten. Dabei ist die Lösung einfach: Die persönliche Verantwortung muß wahrgenommen werden, greifen und (wieder) einklagbar gemacht werden. Es genügt eben nicht, ein fettes Geld für ein Aufsichtsratmandat einzustreichen, sich mit dem Titel zu schmücken und dann nichts zu tun bzw. zu versagen – und das ohne Konsequenzen!

    März 2013
    02/2013 - Der schizophrene Manager
    Einerseits werden die Manager in Deutschland nicht müde, sich selbst und ihre Unternehmen als fortschrittlich, als im „mainstream“ befindlich zu positionieren. Die „political correctness“ wird groß geschrieben, ob passend oder nicht, die Vokabeln „sozial“ und „nachhaltig“ finden sich überall und werden überall gebraucht – ja es gibt sogar ein Sozialbericht und ein Nachhaltigkeitsbericht.

    Andererseits vergeht kaum ein Tag, an dem nicht die Anzahl der angeklagten Manager, der sich vor Gericht verteidigenden Manager, der verurteilten Manager steigt.

    Wie paßt das zusammen: Ist ein Manager ein besonderer Mitarbeiter, für den ein „normaler“ Verhaltenscodex nicht gilt, für den im tagtäglichen Umgang das Gesetzt nicht greift, der sich über den Wertansatz eines „ehrbaren Kaufmannes“ hinweg setzt?

    Vielleicht hilft ab und zu etwas Selbstkritik, Demut und Bodenhaftung. Wäre nicht schlecht.

    Februar 2013
    01/2013 - Vertrauen und Verantwortung
    Interessant ist, wie in der heutigen Zeit Management Themen angegangen werden:

    Es besteht die eindeutige Tendenz, daß das überwachende Organ nochmals kontrolliert und seinerseits überwacht wird („Kontrolle der Kontrolle), wobei letztlich die Frage gestellt werden muß, wer noch für was verantwortlich ist. Immer wieder werden seitens der Wirtschaft Anleihen aus dem militärischen Bereich mit Verweisen auf chinesische und deutsche Militärstrategen, wie Sun Tzu, Clausewitz oder Moltke gemacht. Hierbei wird jedoch vergessen, daß sich der militärische Bereich vom wirtschaftlichen Bereich dahingehend gravierend unterscheidet, daß die einfache Kette „Befehl und Gehorsam“ heutzutage in der Wirtschaft weder zeitgemäß noch einfach durchzusetzen ist.

    Vielleicht hilft es der „deutschen Seele“, sich mit dem Buch von 1517 zu beschäftigen – einer Niederschrift des ehrbaren Kaufmannes, die als Handlungsanweisung für die Hanse –Kaufleute und –Kapitäne nachhaltige Bedeutung hatte und letztlich durch das dem einzelnen Handlungsträger entgegengebrachten Vertrauen und der Verantwortung, die der einzelne Handlungsträger persönlich übernahm, zur Blüte der Hanse beigetragen hat.

    Die derzeit stattfindende Überregulierung durch die Coperate Governance und immer wieder neue Compliance Regelungen sind zwar „nette“ Bemühungen, aber die einfache Aussage gilt: „Ein ehrbarer Kaufmann ist ein ehrbarer Kaufmann und ein Gauner ist ein Gauner“.

    Januar 2013